Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) in Deutschland ist längst keine bloße Prognose mehr, sondern Realität. In der öffentlichen Diskussion mischen sich dabei oft berechtigte Sorgen, Spekulationen und unbegründete Meinungen. Dieses Dossier bündelt den aktuellen wissenschaftlichen Sachstand für dich und ersetzt Halbwissen durch evidenzbasierte Daten aus über 20 Jahren Forschung in den europäischen Befallsländern.
Die Studienlage zeigt eindeutig, dass wir es hierbei nicht mit einem reinen Problem für die Imkerei zu tun haben. Die Etablierung dieser invasiven Art ist eine komplexe Herausforderung, die uns alle auf drei Ebenen betrifft: Sie bedroht durch massiven Prädationsdruck unsere heimische Biodiversität, birgt enorme ökonomische Risiken und stellt durch Nester im direkten Siedlungsbereich ein ernstzunehmendes Risiko für die öffentliche Sicherheit dar. Diese Faktensammlung dient dir als verlässliche Quelle und faktensicherer Leitfaden, um die Zusammenhänge objektiv zu verstehen und fundiert mitreden zu können.
Die Invasion der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) in Deutschland ist keine Prognose mehr – sie ist Realität. Was 2004 in Frankreich als lokale Einschleppung begann, hat sich zu einer europaweiten Ausbreitung entwickelt, die seit 2024/2025 auch weite Teile Westdeutschlands flächendeckend betrifft.
Dieses Dossier bündelt den aktuellen wissenschaftlichen Sachstand. Es ersetzt Spekulationen und Meinungen durch evidenzbasierte Daten aus über 20 Jahren Forschung in den Befallsländern. Die Faktenlage zeigt eindeutig, dass wir es nicht mit einem reinen „Imker-Problem“ zu tun haben, sondern mit einer komplexen Herausforderung auf drei Ebenen:
Ziel dieses Dossiers: Dieses Papier dient Behörden, Medien und der Öffentlichkeit als faktensicherer Leitfaden. Es analysiert die Biologie der Art, bewertet die Risiken für verschiedene Berufsgruppen und stellt die aktuellen Managementstrategien der Bundesländer gegenüber. Ziel ist es, durch Aufklärung und Handlungssicherheit die Weichen für einen rationalen, effektiven Umgang mit der invasiven Art zu stellen.
1. Herkunft, Status und Ausbreitung
1.1 Invasionshistorie: Die Einschleppung nach Europa („Patient Null“)
1.2 Status Quo: Einstufung und rechtliche Situation
1.3 Prognose für Deutschland: Ausbreitung und Lebensräume
2. Biologie, Lebenszyklus und Populationsdynamik
2.1 Der Jahreszyklus: Vom Embryonalnest (Frühjahr) zum Sekundärnest (Herbst)
2.2 Nestarchitektur & Dimensionen: Maße und Individuenzahlen
2.3 Reproduktionspotenzial: Vermehrungsrate und Überlebenswahrscheinlichkeit
2.4 Natürliche Regulation: Situation in Asien vs. Europa
3. Ökologische Auswirkungen und Bedrohung der Biodiversität
3.1 Nahrungsbedarf: Benötigte Biomasse pro Kolonie
3.2 Beutespektrum: Opportunistische Generalisten
3.3 Folgen für das Ökosystem & Biodiversität
3.4 Interaktion mit Honigbienen: Der ungleiche Kampf
3.4.1 Apis mellifera: Fehlende Abwehrstrategien
3.4.2 Exkurs: Das Abwehrverhalten der Asiatischen Biene (Apis cerana)
3.5 Kontextualisierung: Insektensterben
4. Wirtschaftliche Schäden und Folgen für die Landwirtschaft
4.1 Blick ins Ausland: Erfahrungsberichte und Schadensbilanzen
4.2 Auswirkungen auf die Imkerei: Völkerverluste und Mehraufwand
4.3 Gefährdung der Landwirtschaft: Obst- und Weinbau
4.4 Volkswirtschaftliche Bedeutung: Die Kosten der Invasion
5. Gefahrenpotenzial für die öffentliche Sicherheit und Gesundheit
5.1 Saisonale Gefahrenlage
5.2 Das Primärnest im Siedlungsbereich
5.3 Angriffsverhalten
5.3.1 Sicherheitsradius und kollektive Verteidigung
5.3.2 Gefahr für die Augen: Giftprojektion (Sputum)
5.4 Toxikologie und medizinische Risiken
5.4.1 Risikoanalyse: Erststich-Reaktionen
5.4.2 Kreuzallergien und Immuntherapie
5.5 Epidemiologie: Anstieg schwerer Fälle
6. Arbeitsschutz und Betroffene Personengruppen
6.1 Risikoanalyse Berufsgruppen
6.2 Risikoanalyse Bevölkerung: Gefahren im Freizeitbereich
7. Monitoring, Management und Bekämpfungsstrategien
7.1 Status in Deutschland
7.2 Praktische Bekämpfung: Grenzen und Möglichkeiten
7.2.1 Warum der Abschuss durch Jäger nicht funktioniert
7.2.2 Blick über die Grenze: Maßnahmen in Spanien und Frankreich
7.3 Bedeutung des Monitorings
8. Bürgerinformation und Handlungsleitfaden
8.1 Checkliste für den Fundfall
8.1.1 Einzeltier gesichtet (Foto, Meldung, keine Panik)
8.1.2 Nest gefunden (Abstand, Meldepflicht, Warnung)
8.2 Verhalten im Notfall: Stiche und Erste Hilfe
8.3 Die „Don’ts“ – Lebenswichtige Warnhinweise
8.4 Aufklärung und Bildung
8.4.1 Informationsquellen
8.4.2 Die Rolle der Kinder als „Späher“
Genetische Rekonstruktionen belegen zweifelsfrei, dass die gesamte europäische Population der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) auf ein einziges Individuum zurückzuführen ist (siehe Arca et al., 2015). Den Analysen zufolge gelangte eine einzige, mehrfach begattete Königin aus dem Südosten Chinas (Region Shanghai/Zhejiang) unbeabsichtigt nach Frankreich (siehe Arca et al., 2015; Hoebeke et al., 2024).
Die Erstentdeckung in Europa erfolgte im Jahr 2004 im Département Lot-et-Garonne im Südwesten Frankreichs (siehe Arca et al., 2015; Villemant et al., 2006). Als wahrscheinlicher Importweg gilt der Transport von Töpferwaren für den Gartenbau (z. B. Bonsai-Schalen) in Frachtcontainern, in denen das Tier unbemerkt reiste (siehe Villemant et al., 2006; Vidal et al., 2021). Da begattete Königinnen den Winter in engen Spalten, unter Rinden oder in der Erde verbringen, können sie im globalen Warenverkehr leicht über weite Strecken verschleppt werden und in neuen Gebieten Kolonien begründen (siehe Budge et al., 2017).
Die Asiatische Hornisse wird gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 als invasive Art von unionsweiter Bedeutung eingestuft (siehe Laurino et al., 2020; LANUK NRW, 2025). Seit August 2016 ist sie auf der „Unionsliste“ geführt, was die Mitgliedstaaten grundsätzlich zu Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen verpflichtet (siehe LANUK NRW, 2025).
In Deutschland wurde die Art erstmals 2014 in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nachgewiesen (siehe LANUK NRW, 2025; Bayerisches Staatsministerium, 2025). Seit dem Frühjahr 2025 gilt Vespa velutina nigrithorax in weiten Teilen Westdeutschlands – insbesondere im Rheinland – als großräumig etabliert (siehe Kölner Stadt-Anzeiger, 2025; LANUK NRW, 2025). In diesen Regionen ist das behördliche Management faktisch von der vollständigen Beseitigung (Tilgung gemäß Artikel 16) zum Management etablierter Vorkommen (Artikel 19) übergegangen. Maßnahmen zur Nestentfernung erfolgen dort nun primär unter Abwägung von Kosten, Nutzen und verfügbaren Mitteln (siehe LANUK NRW, 2025).
Klimatische Modellierungen zeigen, dass Deutschland nahezu flächendeckend für die Asiatische Hornisse besiedelbar ist (siehe LANUK NRW, 2025). Bevorzugte Lebensräume sind dabei wärmebegünstigte Tieflagen und urbane Räume (siehe LANUK NRW, 2025). Die Populationsdynamik verläuft derzeit exponentiell; Experten dokumentieren in einigen Gebieten eine Verfünffachung der Fundzahlen innerhalb kürzester Zeitintervalle (siehe Bayerisches Staatsministerium, 2025).
Prognosen lassen eine weitere rasante Ausbreitung entlang der großen Flusssysteme sowie eine zunehmende Nestdichte in Siedlungsgebieten erwarten (siehe Bayerisches Staatsministerium, 2025; LANUK NRW, 2025). Ein Beispiel für diese Dynamik zeigt Bayern: Hier stieg die Zahl der gemeldeten Nester von fünf im Jahr 2023 auf 70 im Jahr 2024; für 2025 wird bereits mit mehreren hundert Fundorten gerechnet (siehe Bayerisches Staatsministerium, 2025). Da Vespa velutina als Generalist ein extrem breites Beutespektrum nutzt, stellt die Nahrungsverfügbarkeit keinen limitierenden Faktor für ihre weitere Etablierung dar (siehe Pedersen et al., 2025).
Der Lebenszyklus der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist einjährig und beginnt im Frühjahr – in der Regel zwischen Februar und April – mit dem Erwachen der begatteten Jungköniginnen aus der Winterruhe (siehe LANUK NRW, 2025; Laurino et al., 2020). Sobald die Außentemperaturen dauerhaft 12 °C übersteigen, gründet die Königin solitär ein Primärnest (Embryonalnest). Diese Nester befinden sich fast ausschließlich an geschützten, bodennahen Orten im direkten menschlichen Umfeld, wie etwa in Schuppen, Hecken, Dachüberständen oder Rollladenkästen (siehe LANUK NRW, 2025; Aktionsplan Bayern, 2025).
Nach dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen im Mai geht das Volk in die Wachstumsphase über. Die Königin stellt ihre Flugtätigkeit ein und widmet sich fortan ausschließlich der Eiablage, während die Arbeiterinnen die Brutversorgung und den Nestbau übernehmen. Das Primärnest wächst in dieser Phase bis zur Größe eines Handballs heran (siehe LANUK NRW, 2025). Ab Ende Juni bis Juli erfolgt bei etwa 70 % der Völker die Gründung eines Sekundärnestes (Filialnest). Aufgrund des Platzmangels am ursprünglichen Standort zieht das gesamte Volk oft in Baumkronen in großer Höhe um (siehe LANUK NRW, 2025; Laurino et al., 2020). Hier erreicht die Kolonie im Spätsommer und Herbst ihre maximale Populationsstärke. Mit der Aufzucht von Geschlechtstieren (Drohnen und Jungköniginnen) endet der Reproduktionszyklus (siehe LANUK NRW, 2025). Während das alte Volk und die Drohnen im Winter absterben, suchen die begatteten Jungköniginnen frostfreie Überwinterungsquartiere in Totholz oder Bodenhohlräumen auf (siehe Laurino et al., 2020; LANUK NRW, 2025).
Die Nester der Asiatischen Hornisse unterscheiden sich optisch durch ihre meist birnen- oder eiförmige Gestalt und ein charakteristisches, seitliches Flugloch von denen der heimischen Hornisse (Vespa crabro), deren Flugloch unten liegt (siehe LANUK NRW, 2025). Während Primärnester klein bleiben, erreichen die frei hängenden Sekundärnester Dimensionen von bis zu einem Meter Höhe und 80 cm Durchmesser (siehe Laurino et al., 2020; LANUK NRW, 2025).
Wissenschaftliche Untersuchungen zur Populationsdynamik (siehe Rome et al., 2015; Laurino et al., 2020) belegen die enorme Produktivität eines einzelnen Volkes:
• Individuenzahl: Eine Kolonie kann im Laufe einer Saison bis zu 13.300 Individuen (Arbeiterinnen und Geschlechtstiere) hervorbringen (siehe Rome et al., 2015).
• Volksstärke: Im Durchschnitt leben etwa 6.000 Tiere in einem Nest, wobei zum Höhepunkt im Frühherbst gleichzeitig 1.000 bis 2.000 Arbeiterinnen aktiv sein können (siehe LANUK NRW, 2025).
• Geschlechtstiere: Ein einziges Nest produziert am Ende des Zyklus bis zu 350 fortpflanzungsfähige Jungköniginnen und rund 900 Drohnen (siehe Rome et al., 2015; LANUK NRW, 2025).
Die Vermehrungsrate von Vespa velutina wird als extrem hoch eingestuft. In Europa werden jährliche Ausbreitungsdistanzen von 60 bis 80 km beobachtet (siehe Laurino et al., 2020; Kwon & Choi, 2020). Ein Schlüsselfaktor für diesen biologischen Erfolg ist das polyandrische Paarungssystem: Königinnen paaren sich mit mehreren Drohnen (durchschnittlich fast 4, maximal bis zu 10), was die genetische Vielfalt innerhalb des Volkes erhöht und Inzuchteffekte bei der Besiedlung neuer Areale verhindert (siehe Herrera et al., 2024; Herrera et al., 2023).
Die hohe Überlebenswahrscheinlichkeit der Jungköniginnen, gepaart mit ihrer Fähigkeit, auch nach strengen Wintern erfolgreich zu gründen, begünstigt die Invasion (siehe Budge et al., 2017). Genetische Studien zeigen, dass bereits eine einzige eingeschleppte Königin ausreicht, um eine stabile Population zu begründen („Founder Effect“) (siehe Arca et al., 2015; Budge et al., 2017). Die Dynamik in Bayern, wo sich die Nestfunde innerhalb eines Jahres vervierfachten, unterstreicht das exponentielle Wachstumspotenzial (siehe Aktionsplan Bayern, 2025).
Die ungehinderte Ausbreitung in Europa lässt sich durch die „Enemy Release Hypothesis“ (Feinddruck-Verlust) erklären (siehe Sipos et al., 2025):
• Situation in Asien: Im natürlichen Verbreitungsgebiet (z. B. Südkorea) breitet sich die Art nur langsam aus (10–20 km/Jahr). Sie steht dort unter massivem Druck durch neun andere Hornissenarten (u. a. die Riesenhornisse Vespa mandarinia), Parasiten und Fressfeinde, wodurch sie eine eher untergeordnete Rolle im Ökosystem einnimmt (siehe Kwon & Choi, 2020; Laurino et al., 2020).
• Situation in Europa: In Europa fehlt dieser Regulationsdruck fast vollständig. Spezialisierte Parasiten und Konkurrenten wurden nicht mit eingeschleppt (siehe Sipos et al., 2025; Laurino et al., 2020). Zwar nutzen heimische Prädatoren wie der Wespenbussard (Pernis apivorus) oder Spechte gelegentlich Hornissennester als Nahrungsquelle, ihr Einfluss ist jedoch zu gering, um die Bestände effektiv zu kontrollieren (siehe Laurino et al., 2020; Gabín-García et al., 2021).
Wissenschaftliche Datenerhebungen belegen, dass ein einzelnes Volk von Vespa velutina nigrithorax einen immensen Bedarf an tierischem Protein aufweist, um seinen Reproduktionszyklus zu sichern (siehe Rome et al., 2021). Ein durchschnittlich großes Nest entnimmt der Umwelt pro Saison schätzungsweise 11,32 kg Insektenbiomasse (siehe Rome et al., 2021). Rechnerisch entspricht dies einer Menge von über 90.000 Beutetieren in der Größe einer Honigbiene (siehe Pedersen et al., 2025). Besonders große Kolonien, die eine doppelt so hohe Individuenzahl erreichen können, üben einen entsprechend höheren Prädationsdruck auf die lokale Fauna aus (siehe Rome et al., 2021).
Die Asiatische Hornisse wird als opportunistischer Generalist eingestuft, der seine Jagdstrategie flexibel an lokal verfügbare und in hoher Dichte vorkommende Arten anpasst (siehe Rome et al., 2021). Mittels modernster DNA-Analysen (Deep-Sequencing) von Larvengut-Inhalten konnten insgesamt 1.449 Taxa aus 26 Ordnungen als Beute identifiziert werden (siehe Pedersen et al., 2025). Das Beutespektrum deckt dabei ökologisch entscheidende Funktionsgruppen ab:
• Bestäuber: Von den 50 am häufigsten erbeuteten Taxa sind 86 % (43 Arten) im Adultstadium Blütenbesucher (siehe Pedersen et al., 2025). Hierzu zählen neben der Honigbiene auch essentielle Wildbienen- und Hummelarten wie die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) und die Steinhummel (Bombus lapidarius) (siehe Pedersen et al., 2025).
• Recycler (Zersetzer): Etwa 21,3 % der nachgewiesenen Beutetiere, insbesondere Fliegenarten aus den Familien Calliphoridae (Schmeißfliegen), Muscidae und Sarcophagidae, fungieren im Ökosystem als Detritivoren (siehe Herrera et al., 2025; Pedersen et al., 2025). Diese Arten sind unverzichtbar für den Abbau von Aas, Dung und verrottender Vegetation. Eine Dezimierung dieser Populationen gefährdet den Nährstoffkreislauf und die Stabilität von Lebensräumen (siehe Sci.News, 2025). Da viele dieser Fliegen als Adulte ebenfalls Blüten besuchen, entsteht ein doppelter Schaden für das Ökosystem (siehe Pedersen et al., 2025).
• Habitat-Einfluss: In urbanen Räumen kann der Anteil der Honigbienen an der Gesamtbeute bis zu 85 % betragen (siehe LANUK NRW, 2025), während sich die Präferenz in Waldgebieten stärker auf andere soziale Faltenwespen verlagert (siehe Rome et al., 2021).
Die massive Entnahme von Insektenbiomasse führt zu messbaren Störungen ökologischer Dienstleistungen. Experten warnen, dass die bloße Anwesenheit der Hornissen die Bestäubungsdynamik verändert, da potenzielle Bestäuber aus Angst Blütenbesuche verkürzen oder meiden (siehe Rojas-Nossa & Calviño-Cancela, 2020). Zusätzlich fungiert Vespa velutina nigrithorax als Vektor für Krankheitserreger. Da sie ein breites Spektrum an Insekten erbeutet und gleichzeitig Blüten anfliegt, kann sie Parasiten und Enteropathogene (z. B. Nosema) übertragen und so native Wirt-Pathogen-Dynamiken destabilisieren (siehe Gabín-García et al., 2021). In isolierten Ökosystemen, wie etwa auf Mallorca, ist das Risiko für endemische Arten aufgrund fehlender Ausweichmöglichkeiten besonders kritisch (siehe Herrera et al., 2025; Herrera et al., 2024).
Ein zentraler Aspekt der Bedrohung ist die evolutionäre Diskrepanz zwischen der Asiatischen und der Europäischen Honigbiene.
3.4.1 Apis mellifera (unsere Honigbiene): Fehlende Abwehrstrategien
Die heimische Westliche Honigbiene (Apis mellifera) verfügt über keine effektiven, koevolvierten Abwehrmechanismen gegen Vespa velutina (siehe Tan et al., 2007). Bei hohem Jagddruck zeigen europäische Bienenvölker oft eine sogenannte Flugparalyse: Sie stellen ihre Sammeltätigkeit aus Furcht fast vollständig ein. Dies führt zu einem Mangel an Pollen- und Nektarreserven, was das Risiko von Winterverlusten massiv erhöht (siehe Requier et al., 2019; Laurino et al., 2020). Zudem ist ihr Flugverhalten (langsames Pendeln vor dem Flugloch) für die Hornisse leicht vorhersehbar, was die Erfolgsrate der Angreifer im Vergleich zur asiatischen Biene verdreifacht (siehe Tan et al., 2007; Diéguez-Antón et al., 2025).
3.4.2 Exkurs: Das Abwehrverhalten der Asiatischen Biene (Apis cerana)
Im Gegensatz zu A. mellifera hat die Asiatische Honigbiene (Apis cerana) in jahrtausendelanger Koevolution effiziente Strategien entwickelt (siehe Tan et al., 2007; Laurino et al., 2020):
• Visuelle Signale: Wächterbienen führen bei Annäherung einer Hornisse ein koordiniertes „Wing Shimmering“ (Flügel-Flimmern) aus, um den Jäger optisch zu verwirren (siehe Tan et al., 2007; Chen et al., 2025).
• Geschwindigkeit: Heimkehrende Sammlerinnen nutzen einen Hochgeschwindigkeits-Direktanflug, der die Expositionszeit im Gefahrenbereich halbiert (siehe Tan et al., 2007).
• Hitzekugel (Heat-Balling): Zwar nutzen beide Arten die Hitzekugel-Taktik, doch A. cerana ist dabei weit effizienter. Sie rekrutiert mehr Bienen und erzeugt im Kern der Kugel schneller letale Temperaturen für die Hornisse (siehe Chen et al., 2025; Ono et al., 1995).
Die Invasion von Vespa velutina trifft auf ein Ökosystem, das bereits stark geschwächt ist. Langzeitstudien in deutschen Schutzgebieten dokumentierten über 27 Jahre hinweg einen Rückgang der Insektenbiomasse um über 75 % (siehe Hallmann et al., 2017). Die Asiatische Hornisse wirkt hier als zusätzlicher Stressfaktor („extra threat“), der den Bestand bereits gefährdeter Populationen weiter unter Druck setzt (siehe Pedersen et al., 2025).
Seit der Erstentdeckung von Vespa velutina nigrithorax in Frankreich im Jahr 2004 dokumentieren Berichte massive wirtschaftliche Schäden. Im Département Gironde wurden bereits 2010 rund 30 % der Bienenvölker als zerstört oder stark geschwächt gemeldet (siehe Spiewok, 2025; Monceau et al., 2014). Eine Befragung in der Region Nouvelle-Aquitaine ergab, dass 70 % der Imker Verluste durch die Asiatische Hornisse erlitten haben (siehe Spiewok, 2025).
In Nordwestspanien (Galizien) ist die Situation ebenfalls dramatisch. Allein zwischen September 2024 und Januar 2025 mussten dort rund 14.400 Nester entfernt werden (siehe El País, 2025). Agrartechniker und Verbände berichten von einem enormen Prädationsdruck, der die Fortführung der traditionellen Landwirtschaft zunehmend in Frage stellt (siehe HuffPost, 2025; Nave et al., 2024).
Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass die Anwesenheit der Asiatischen Hornisse die Wintersterblichkeit von Bienenvölkern signifikant erhöht. In Ligurien (Italien) stiegen die Winterverluste in Gebieten ohne aktive Bekämpfung um 18 % (siehe Spiewok, 2025; Laurino et al., 2020). Der ökonomische Schaden entsteht dabei nicht allein durch das Töten der Bienen, sondern primär durch die sogenannte „Flugparalyse“. Sobald etwa fünf bis zehn Hornissen vor dem Flugloch patrouillieren, stellen die Bienen ihre Sammeltätigkeit ein (siehe Spiewok, 2025; Aktionsplan Bayern, 2025). Die Folgen sind fatal:
• Eingeschränkte Brut: Die Eilegerate der Königin sinkt bei massivem Druck innerhalb von sechs Wochen auf nur noch 4 % (siehe Spiewok, 2025).
• Vorratsmangel: Es werden keine Wintervorräte mehr angelegt, was zum Kollaps des Volkes führt (siehe Requier et al., 2023).
• Finanzielle Einbußen: Modellierungen für Frankreich beziffern das Risiko von Völkerverlusten in Hochdruck-Szenarien auf bis zu 29,2 % des Bestands (siehe Requier et al., 2023). In Italien und Portugal wurden Rückgänge der Honigproduktion um bis zu 50 % dokumentiert (siehe Spiewok, 2025).
Auch der Obst- und Weinbau ist direkt betroffen, da adulte Hornissen ihren Kohlenhydratbedarf an reifen Früchten decken. In Galizien meldeten 83 % der befragten Agrartechniker Fraßschäden an Weintrauben, Äpfeln und Birnen (siehe Nave et al., 2024). Im Weinbau führen die Verletzungen der Beeren zu schwerwiegenden Folgeschäden:
• Sekundärinfektionen: Die Bisswunden dienen als Eintrittspforten für Essigfliegen und Pilzerkrankungen wie Grauschimmel (Botrytis), was die Qualität der Ernte mindert (siehe Nave et al., 2024; Lueje et al., 2024).
• Ertragsverluste: In galizischen Weinbaugebieten wurden Verluste von durchschnittlich ca. 11 % pro Rebe dokumentiert (siehe Lueje et al., 2024).
• Flächenaufgabe: Die Ineffektivität herkömmlicher Kontrollmethoden hat in betroffenen Regionen bereits zur Aufgabe von Rebflächen geführt (siehe Lueje et al., 2024).
Bei einer flächendeckenden Besiedlung Deutschlands werden allein für die Nestbeseitigung jährliche Kosten von über 5 Millionen Euro prognostiziert (siehe Spiewok, 2025; Barbet-Massin et al., 2020). Zum Vergleich: Frankreich wendet für diese Maßnahmen jährlich etwa 11,9 Millionen Euro auf, in Italien werden Kosten von 9,0 Millionen Euro erwartet (siehe Barbet-Massin et al., 2020).
Diese Summen decken jedoch nur die Beseitigung ab. Die Gesamtschäden liegen weitaus höher:
• Produktionsausfälle: In Frankreich werden die jährlichen Kosten durch Bienenverluste und entgangene Honigerträge auf geschätzte 30,8 Millionen Euro beziffert (siehe Requier et al., 2023).
• Schutzmaßnahmen: Allein im Jahr 2020 investierten Imker in vier untersuchten europäischen Regionen rund 7,9 Millionen Euro in Schutzgitter und Fallen (siehe Spiewok, 2025; García-Arias et al., 2023).
Experten betonen, dass die langfristigen Kosten einer ungebremsten Ausbreitung die Kosten für eine frühzeitige, konsequente Bekämpfung bei weitem übersteigen (siehe Spiewok, 2025). Da das Management ab 2025 weitgehend den Bundesländern obliegt und oft unter Haushaltsvorbehalt steht („Verhältnismäßigkeit“), droht eine Verlagerung der Lasten auf die Privatwirtschaft (siehe Management-Blatt, 2025).
Das Gefahrenpotenzial der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist eng an ihren biologischen Jahreszyklus gekoppelt. Während das Risiko im Frühjahr gering ist, erreicht es im Spätsommer und Herbst seinen Höhepunkt (siehe Rome et al., 2021; Monceau et al., 2013). Experten warnen insbesondere vor dem Zeitraum Anfang Oktober: Dann ist die Individuenzahl pro Kolonie maximal (6.000 bis 13.000 Tiere) und die Intensität der Nestverteidigung am stärksten ausgeprägt (siehe Rome et al., 2021; Rome et al., 2015). Für die Bevölkerung steigt das Risiko zufälliger Begegnungen signifikant, da die Tiere zur Versorgung der Geschlechtstiere extrem aktiv sind (siehe Vidal et al., 2021; LANUK NRW, 2025).
Ein spezifisches, oft unterschätztes Risiko geht von den Primärnestern aus. Diese handballgroßen Nester werden ab April häufig in direkter Nähe zum Menschen errichtet – etwa in Hecken, Schuppen, unter Grillabdeckungen oder in Gartenhäusern (siehe Aktionsplan Bayern, 2025; LANUK NRW, 2025). Da sie oft gut getarnt sind, werden sie bei der Gartenarbeit leicht übersehen. Unbeabsichtigte Erschütterungen (z. B. beim Heckenschneiden) lösen sofortige, heftige Verteidigungsreaktionen aus, da sich das Nest oft in Kopfhöhe befindet (siehe El País, 2025; Choi, 2021). Zwar zieht ein Großteil der Völker im Sommer um, doch verbleiben einige am Standort oder bauen das Primärnest zum Großnest aus, was eine dauerhafte Gefahrenquelle im Garten schafft (siehe LANUK NRW, 2025).
Grundsätzlich gilt Vespa velutina bei der Nahrungssuche (an Blüten oder Früchten) als friedlich. Dies ändert sich schlagartig bei Störungen im Nestbereich (siehe Laborde-Castérot et al., 2020; Spiewok, 2025).
5.3.1 Sicherheitsradius und kollektive Verteidigung
Ein Sicherheitsabstand von 5 Metern zum Nest gilt meist als unkritisch für reine Beobachtungen (siehe Villemant et al., 2006). Wird dieser Radius jedoch unterschritten oder das Nest erschüttert, erfolgt ein Massenangriff:
• Verfolgung: Im Gegensatz zu heimischen Wespen verfolgen die Arbeiterinnen Eindringlinge hartnäckig über Distanzen von mehreren Metern (siehe Spiewok, 2025; Choi, 2021).
• Koordination: Die Tiere greifen im Kollektiv an, was zu einer lebensbedrohlichen Anzahl von Stichen führen kann. Vorfälle wie der Angriff auf eine Kindergruppe in einem Freibad in NRW 2025 verdeutlichen die Gefahr (siehe Kölner Stadt-Anzeiger, 2025; HuffPost, 2025).
5.3.2 Gefahr für die Augen: Giftprojektion (Sputum)
Ein spezifisches Risiko stellt die Fähigkeit der Art dar, Giftsekrete oder Darminhalt gezielt in Richtung des Gesichts eines Angreifers zu verspritzen (siehe Laborde-Castérot et al., 2020).
• Symptome: Betroffene leiden unter sofortiger Augenrötung, starken Schmerzen, Hornhautentzündungen (Keratitis) und Konjunktivitis. In Einzelfällen traten neuropathische Schmerzen auf, die bis zu 20 Tage anhielten (siehe Laborde-Castérot et al., 2020).
• Prävention: Herkömmliche Gitter-Visiere reichen nicht aus. Bei der Nestentfernung ist eine dicht schließende Schutzbrille zwingend erforderlich (siehe Laborde-Castérot et al., 2020).
Obwohl die Toxizität des reinen Giftes etwas geringer ist als bei der Honigbiene, wird der Stich aufgrund der größeren Menge und des längeren Stachels als schmerzhafter empfunden (siehe Aktionsplan Bayern, 2025; El País, 2025).
5.4.1 Risikoanalyse: Erststich-Reaktionen
Auch für Personen ohne bekannte Allergie bestehen Risiken:
• Kreuzsensibilisierung: Das Hauptrisiko ist eine allergische Reaktion beim ersten Stich, verursacht durch eine bereits bestehende Sensibilisierung gegen heimische Wespen (Vespula spp.) (siehe Vidal et al., 2021).
• Toxische Reaktion: Bei multiplen Stichen (Massenangriff) droht ein toxisches Multiorganversagen, unabhängig von einer Allergie (siehe Vidal et al., 2021; HuffPost, 2025).
5.4.2 Kreuzallergien und Immuntherapie
Das Risiko einer Kreuzallergie wird als hoch eingestuft. Das Hauptallergen Antigen 5 der Asiatischen Hornisse ähnelt stark dem der Gemeinen Wespe (siehe Vidal et al., 2021).
• Befund: In Studien wiesen 100 % der Patienten mit einer Vespa-velutina-Anaphylaxie auch Antikörper gegen Wespengift auf (siehe Vidal et al., 2021).
• Therapie: Aufgrund der Ähnlichkeit werden in der Praxis Immuntherapien mit Wespengift als Behandlungsoption betrachtet, solange keine artspezifischen Präparate verfügbar sind (siehe Vidal et al., 2021).
In etablierten Befallsgebieten (z. B. Galizien, Spanien) ist Vespa velutina mittlerweile die häufigste Ursache für anaphylaktische Schocks durch Insekten (77 % der Fälle) (siehe Vidal et al., 2021).
• Erstkontakt: Fast 80 % der Patienten mit einem Schock hatten zuvor noch nie Kontakt mit der invasiven Art, reagierten aber aufgrund der Kreuzallergie sofort schwer (siehe Vidal et al., 2021).
• Mortalität: In Galizien kam es 2017/2018 zu fünf Todesfällen, was die statistische Erwartung deutlich übersteigt. Im Oktober 2025 wurden dort innerhalb von zwei Wochen drei weitere Todesfälle gemeldet (siehe El País, 2025; HuffPost, 2025). Auch in Frankreich stieg der Anteil von Hornissenstichen an tödlichen Vorfällen von 27 % (2014) auf 43 % (2023) (siehe Spiewok, 2025).
Für Beschäftigte in der „Grünen Branche“, im Bauwesen und in der Schädlingsbekämpfung stellt die Etablierung von Vespa velutina nigrithorax eine neue, signifikante Gefährdungslage am Arbeitsplatz dar (siehe Spiewok, 2025; SVLFG, 2024).
1. Gartenbau, Landschaftspflege und Forstwirtschaft
Diese Gruppe ist am stärksten gefährdet, da ihre Tätigkeiten oft unwissentlich das Verteidigungsverhalten der Hornissen auslösen.
• Das Szenario: Primärnester befinden sich bevorzugt in Hecken, Sträuchern oder bodennahen Hohlräumen. Bei Rodungs-, Mäharbeiten oder dem mechanischen Heckenschnitt entstehen starke Erschütterungen, die vom Nest als direkter Angriff gewertet werden (siehe Aktionsplan Bayern, 2025; El País, 2025).
• Die Konsequenz: Es kommt zu sofortigen Massenangriffen. Berichte aus Galizien dokumentieren tödliche Arbeitsunfälle bei Waldarbeiten, nachdem Arbeiter versehentlich auf versteckte Nester trafen (siehe HuffPost, 2025; El País, 2025).
2. Professionelle Schädlingsbekämpfer und Einsatzkräfte
Obwohl diese Gruppe geschult ist, zeigen Daten aus Frankreich ein hohes Restrisiko.
• Augenverletzungen: Rund 80 % der dokumentierten Augenverletzungen durch Giftprojektion (Sputum) betrafen professionelle Akteure wie Feuerwehrleute oder Schädlingsbekämpfer (siehe Laborde-Castérot et al., 2020).
• Mangelnde Ausrüstung: Die Verletzungen traten oft trotz herkömmlicher Schutzkleidung auf, da einfache Gewebe-Visiere („Imkerhauben“) die verspritzte Flüssigkeit durchlassen. Experten empfehlen daher zwingend dicht schließende Sicherheitsbrillen (siehe Laborde-Castérot et al., 2020).
3. Handwerker (Dachdecker, Fassadenbauer)
Da Vespa velutina gerne Dachüberstände oder Hohlräume hinter Fassaden nutzt, geraten Handwerker oft in Bedrängnis, wenn sie in großer Höhe auf Leitern oder Gerüsten arbeiten und plötzlich einem Nest gegenüberstehen. Die Fluchtmöglichkeiten sind hier extrem eingeschränkt.
Arbeitsschutzmaßnahmen
Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hat bereits spezifische Betriebsanweisungen veröffentlicht (siehe SVLFG, 2024). Zentral sind die Sensibilisierung für die optische Erkennung von Nestern vor Arbeitsbeginn und die Anpassung der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA).
Siehe dazu den Artikel "Die Asiatische Hornisse in Rösrath – wichtige Informationen für betroffene Berufsgruppen."
Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung konzentriert sich auf den Siedlungsbereich, da die Art eine hohe Anpassungsfähigkeit an urbane Räume zeigt (siehe Kim et al., 2023).
• Versteckte Gefahr: Während die großen Sekundärnester in Baumwipfeln oft sichtbar sind, stellen die versteckten Primärnester im häuslichen Umfeld die Hauptgefahr dar. Alltägliche Handlungen wie das Öffnen eines Schuppens, das Reinigen der Dachrinne oder das Anheben einer Abdeckplane können zu multiplen Stichen führen (siehe Aktionsplan Bayern, 2025; HuffPost, 2025).
• Fallbeispiel NRW: Ein Vorfall in einem Freibad in Geldern, bei dem ein unentdecktes Nest unter einer Rutsche zu Verletzungen bei einer Kindergruppe führte, verdeutlicht die Gefahr im öffentlichen Raum (siehe Kölner Stadt-Anzeiger, 2025).
• Hohes Anaphylaxie-Risiko: Aufgrund der starken Kreuzreaktivität müssen auch Menschen ohne bekannte Hornissenallergie vorsichtig sein. Wer auf Wespenstiche allergisch reagiert, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bei Vespa velutina gefährdet (siehe Vidal et al., 2021). Eine frühzeitige Aufklärung der Bevölkerung über Erkennungsmerkmale ist daher essenziell (siehe LANUK NRW, 2025).
Siehe auch "Infos für BürgerInnen".
Seit dem Jahr 2025 gilt die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) in weiten Teilen Deutschlands als großräumig etabliert. Das Management ist daher gemäß Artikel 19 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 in die Zuständigkeit der Bundesländer übergegangen (siehe LANUK NRW, 2025). Die Umsetzung variiert signifikant:
Nordrhein-Westfalen (NRW)
• Erfassung: Zentral über das Neobiota-Portal (mit Fotobeleg).
• Entnahme: Die Unteren Naturschutzbehörden entscheiden nach einer Kosten-Nutzen-Abwägung unter Haushaltsvorbehalt. Da Biozide im Freiland seit Ende 2024 weitgehend untersagt sind, erfolgt die Abtötung primär mechanisch (Absaugung) oder thermisch (siehe LANUK NRW, 2025).
• Förderung: Eine landesweite Förderpauschale für Privatpersonen existiert nicht. Die Kostenlast liegt beim Bürger oder der Kommune (siehe LANUK NRW, 2025).
Saarland
• Strategie: Kooperationsmodell. Das Land (LUA) arbeitet mit dem spezialisierten Verein "Velutina Netzwerk Saar e.V." (VNS) zusammen.
• Förderung: Das Land übernimmt die Kosten für Schutzausrüstung, Material (Teleskoplanzen) und Personal. Das VNS schult ehrenamtliche Berater (siehe saarland.de, 2025).
Bayern
• Koordination: Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI). Meldungen laufen über beewarned.de.
• Förderung: Investive Förderung für Imker (z. B. 40 % Zuschuss für Schutzgitter). Aktuell wird eine staatliche Festbetragspauschale für die Entfernung von Primär- und Sekundärnestern sowie die Finanzierung von Telemetrie-Technik geprüft (siehe Aktionsplan Bayern, 2025).
7.2.1 Warum der Abschuss durch Jäger nicht funktioniert
Der Ruf nach einem Abschuss von Nestern mittels Schusswaffen wird von Experten und Behörden strikt abgelehnt (siehe Spiewok, 2025):
• Sicherheitsrisiko: Der Beschuss löst massive Massenangriffe aus. Arbeiterinnen verfolgen die Schützen über große Distanzen.
• Ineffektivität: Die Königin wird selten getroffen. Überlebt sie, baut das Volk an neuer Stelle weiter. Zudem können zerschossene Nester kaum kontrolliert werden.
• Verschleppung: Ohne vorherige Beruhigung flüchten hunderte flugfähige Tiere und gründen neue Filialen.
• Rechtslage: Der Beschuss von Nestern (auch mit Schrot oder Luftgewehren) ist nicht vom Bundes- oder Landesjagdgesetz gedeckt und stellt eine erhebliche Gefahr für Dritte durch Streumunition dar.
Das Jagdrecht erlaubt den Schusswaffengebrauch ausschließlich auf gesetzlich definiertes Wild. Insekten gehören nicht dazu. Der Beschuss von Nestern in Bäumen ist zudem wegen fehlenden Kugelfangs (Gefährdung Dritter) streng verboten.
7.2.2 Blick über die Grenze: Maßnahmen in Spanien und Frankreich
Länder mit längerer Invasionshistorie setzen auf eine Kombination aus Technik und Schadensbegrenzung:
• Spanien (Galizien): Massive Nestentnahme (14.400 Nester in 5 Monaten) und intensiver Fallenfang (230.000 Königinnen/Jahr). Im Weinbau werden Hagelnetze zum Schutz der Trauben getestet (siehe El País, 2025; Lueje et al., 2024).
• Frankreich: Jährliche Kosten von ca. 11,9 Mio. Euro für die Beseitigung. Über 90 % der Imker nutzen Fallen, Schutzgitter oder elektrische Harfen („Muzzles“), um die Bienenstöcke zu sichern (siehe Barbet-Massin et al., 2020; García-Arias et al., 2023).
• Fallen-Problematik: Experten warnen vor unselektiven "Zucker-Bier-Fallen", die massenhaft heimischen Insekten töten (Beifang), aber kaum Einfluss auf die Velutina-Population haben (siehe Rome et al., 2021).
Auch wenn Behörden die flächendeckende Tilgung einstellen, bleibt die Meldepflicht essenziell (siehe Kim et al., 2023; Management-Blatt, 2025):
1. Risikoanalyse: Identifikation von Hotspots mit hohem Gefährdungspotenzial (Schulen, Kitas).
2. Schutzgebiete: Gezielte Nestentnahme zum Schutz seltener heimischer Arten in Naturschutzgebieten.
3. Frühwarnsystem: Erkennung von Verschleppungen in noch freie Gebiete ("Early Warning"), um dort die Etablierung zu verhindern.
4. Datenbasis: Nur durch Meldungen können Schäden in Landwirtschaft und Imkerei korreliert und politische Maßnahmen begründet werden (siehe Ditrich & Lustová, 2025).
Da die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) in Deutschland mittlerweile als großräumig etabliert gilt, ist die Mitwirkung der Bevölkerung im Rahmen von Citizen-Science-Projekten ein wesentlicher Bestandteil des Managements (siehe Management-Blatt, 2025; Kim et al., 2023). Dieser Leitfaden bündelt die offiziellen Handlungsempfehlungen der Behörden und Fachverbände.
8.1.1 Einzeltier gesichtet (Foto, Meldung, keine Panik)
• Ruhe bewahren: Einzeltiere, die sich außerhalb des Nestbereichs an Blüten oder Trauben befinden, verhalten sich gegenüber Menschen in der Regel defensiv und wenig aggressiv (siehe Laborde-Castérot et al., 2020).
• Belegfoto erstellen: Für eine behördliche Verifizierung ist ein scharfes Foto zwingend erforderlich. Nur so können Verwechslungen mit der geschützten Europäischen Hornisse (Vespa crabro) ausgeschlossen werden (siehe LANUK NRW, 2025; Aktionsplan Bayern, 2025).
• Fund melden (NRW-Spezifikum): In Nordrhein-Westfalen erfolgt die Meldung zentral über das Neobiota-Portal NRW oder mobil über die App „Neobiota NRW“. In anderen Bundesländern gelten eigene Plattformen (z. B. beewarned.de in Bayern) (siehe Aktionsplan Bayern, 2025; LANUK NRW, 2025).
8.1.2 Nest gefunden (Abstand, Meldepflicht, Warnung)
• Sicherheitsabstand einhalten: Es muss zwingend ein Mindestabstand von 5 Metern gewahrt werden (siehe Villemant et al., 2006). Nester dürfen unter keinen Umständen berührt oder mechanisch erschüttert werden (siehe Spiewok, 2025).
• Meldepflicht: Das Auffinden eines Nestes ist aufgrund der Invasivität der Art meldepflichtig (siehe saarland.de, 2025).
• Eigentümer informieren: Bei Funden auf Privatgrundstücken sollte umgehend der Eigentümer informiert werden, damit dieser in Abstimmung mit den Unteren Naturschutzbehörden (UNB) eine Prüfung der Entnahme veranlassen kann (siehe LANUK NRW, 2025).
Ein Stich der Asiatischen Hornisse ist für Nicht-Allergiker in der Regel nicht gefährlicher als der einer Honigbiene, wird jedoch oft als schmerzhafter empfunden, da die Tiere eine größere Menge Gift injizieren und der Stachel länger ist (siehe El País, 2025; Aktionsplan Bayern, 2025).
• Erste Hilfe: Die Einstichstelle sollte sofort gekühlt werden, um Schwellung und Schmerz zu lindern (siehe Kölner Stadt-Anzeiger, 2025).
• Allergierisiko: Es besteht eine sehr hohe Kreuzreaktivität zu heimischem Wespengift. Personen mit einer bekannten Wespenallergie tragen daher ein hohes Risiko für einen anaphylaktischen Schock, auch beim Erstkontakt (siehe Vidal et al., 2021).
• Arztbesuch / Notruf: Bei Anzeichen von Atemnot, Schwindel, Übelkeit, großflächigen Schwellungen oder Herzrasen ist sofort der Notruf (112) zu wählen (siehe Vidal et al., 2021). Allergiker sollten, falls vorhanden, umgehend ihr Adrenalin-Notfallset anwenden (siehe El País, 2025).
• Erschütterungen vermeiden: Vibrationen lösen das kollektive Verteidigungssystem der Kolonie sofort aus. Tätigkeiten wie Rasenmähen, Hecken schneiden oder Rodungsarbeiten im unmittelbaren Umkreis von Nestern (besonders bei bodennahen Primärnestern) haben in etablierten Gebieten bereits zu tödlichen Unfällen geführt (siehe El País, 2025; Spiewok, 2025).
• Keine eigenmächtige Nestentfernung: Versuche, Nester mit einem Wasserschlauch, Wespenspray oder durch mechanisches Abschlagen zu zerstören, sind lebensgefährlich und strikt zu unterlassen. Solche Aktionen provozieren massive Gruppenangriffe, bei denen Arbeiterinnen den Aggressor über viele Meter verfolgen (Spiewok, 2025). Zudem sind eigenmächtige Bekämpfungsversuche ohne behördliche Genehmigung illegal.
• Keine Hektik und kein „Anpusten“: Hektische Bewegungen und das direkte Anpusten von Tieren sollten vermieden werden. Das CO₂ in der Atemluft gilt als direktes Alarmsignal für die Tiere und erhöht die Angriffsbereitschaft.
Für Bürger in NRW und anderen Bundesländern stehen verifizierte Informationen zur Arterkennung und zum aktuellen Ausbreitungsstand online zur Verfügung:
• Informationswebseite: neobiota.naturschutzinformationen.nrw.de (LANUK NRW)
• Erfassungs-App (zur Eingabe beim Fund): „Neobiota NRW“
8.4.2 Die Rolle der Kinder als „Späher“
Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass Kinder im Grundschulalter (ca. 10–11 Jahre) hervorragend für die Früherkennung geeignet sind (siehe Ditrich & Lustová, 2025). Dies hat zwei wesentliche Gründe:
1. Blickwinkel: Kinder haben aufgrund ihrer Körpergröße einen niedrigeren Blickwinkel. Dies erleichtert die Entdeckung von bodennahen, versteckten Primärnestern in Hecken oder unter Gartenhäusern deutlich (siehe Ditrich & Lustová, 2025).
2. Unbefangenheit: Während Erwachsene oft mit Angst reagieren, begegnen Kinder den Tieren meist mit Neugier. Gezielte Bildungsprogramme an Schulen können diese Neugier nutzen, um die Identifikationsgenauigkeit signifikant zu erhöhen und die Melderate zu steigern, ohne Panik zu verbreiten (siehe Ditrich & Lustová, 2025).
Die invasive Art Vespa velutina nigrithorax hat sich in weiten Teilen Westdeutschlands etabliert und weist eine exponentielle Ausbreitungsdynamik auf (siehe Aktionsplan Bayern, 2025). Die Faktenlage belegt signifikante Risiken für die Biodiversität durch den Entzug von über 11 kg Insektenbiomasse pro Nest (siehe Rome et al., 2021), wirtschaftliche Bedrohungen für die Imkerei und Landwirtschaft (siehe Requier et al., 2023; Nave et al., 2024) sowie eine ernsthafte Gefährdung der öffentlichen Gesundheit durch eine steigende Zahl anaphylaktischer Vorfälle (siehe Vidal et al., 2021). Ein Verzicht auf Monitoring und koordinierte Bekämpfung führt innerhalb weniger Jahre zur Überlastung der Kontrollinstanzen (siehe Warren et al., 2025). Ein entschlossenes, evidenzbasiertes Management auf Basis frühzeitiger Nestdetektion ist daher zwingend erforderlich, um langfristige ökologische und ökonomische Folgeschäden zu minimieren.
Für Rösrath steht Jutta Kalff für Beratung und Entfernung von Nestern zur Verfügung:
Internetseiten für sehr gute, weiterführende Informationen und Kontakt
Informationsportal eines Zusammenschlusses fachkundiger engagierter, Ehrenamtlicher. Darunter Behördenmitarbeiter, Imker, Hornissenberater, Wissenschaftler und viele mehr: https://velutina-army.de
PDF-Flyer des Rheinisch-Bergischen Kreises mit Kontaktdaten und Übersicht der allgemeinen Informationen und Verhaltensregeln.
Kontakte zu den Ämtern:
Veterinäramt des Rheinisch-Bergischen Kreises: artenschutz@rbk-online.de
Zuständige Behörde: Untere Naturschutzbehörde
Am Rübezahlwald 7, 51469 Bergisch Gladbach
Telefon 02336/93 0
Ansprechpartner bei der Kreisverwaltung sind
Marlen Wildenhues, Tel.: 02202 13-6814 und Wilfried
Knickmeier, Tel.: 02202 13-6798.
Liste der aktuell ehrenamtlich Helfenden im Hornissen- und Wespenschutz des Rheinisch-Bergischen Kreises (PDF):
> Liste anzeigen <
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Aktionsplan Bayern, 2025
https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/aktionsplan_vespa_velutina_20.08.2025.pdf
Arca et al., 2015
Arca, M., Papachristoforou, A., Mougel, F. et al. (2014): Defensive behaviour of Apis mellifera against Vespa velutina in France: Testing whether European honeybees can develop an effective collective defence against a new predator. DOI: 10.1016/j.beproc.2014.05.002
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Barbet-Massin et al., 2020
Barbet-Massin, M., Salles, J. M. & Courchamp, F. (2020): The economic cost of control of the invasive yellow-legged Asian hornet. DOI: 10.3897/neobiota.55.38550
https://hal.science/hal-02548072/
Budge et al., 2017
The invasion, provenance and diversity of Vespa velutina Lepeletier (Hymenoptera: Vespidae) in Great Britain
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0185172
Chen et al., 2025
Chen, Y., Xu, X., Li, Y. & Li, J. (2025): Integrated Transcriptomic and Metabolomic Insights into “I See You” (ISY) Defensive Behavior in Apis cerana Against Vespa velutina.
https://www.mdpi.com/2075-4450/16/10/1047
Choi, 2021
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https://www.mdpi.com/2075-4450/12/4/296
Diéguez-Antón et al., 2025
Diéguez-Antón, A., Escuredo, O., Seijo-Coello, M. C. & Rodríguez-Flores, A. S. (2025): Long-term Vespa velutina nigrithorax pressure: Honey bee risk survival to alien invasion. DOI: 10.1007/s13592-025-01158-z
https://www.researchgate.net/publication/389590423_Long-term_Vespa_velutina_nigrithorax_pressure_Honey_bee_risk_survival_to_alien_invasion
Ditrich & Lustová, 2025
Ditrich, T. & Lustová, Š. (2025): Children as frontline detectors: School-based programs can enhance early monitoring of Vespa velutina.
https://www.researchgate.net/publication/398879735_Children_as_frontline_detectors_School-based_programs_can_enhance_early_monitoring_of_Vespa_velutina
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A New Enemy of Honeybees in Europe: the Asian Hornet Vespa velutina
https://www.researchgate.net/publication/224842243_A_New_Enemy_of_Honeybees_in_Europe_the_Asian_Hornet_Vespa_velutina
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https://neobiota.pensoft.net/article/148570/?utm_source=researchgate.net&utm_medium=article